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Wettenberg ist Modell für Gewerbepark in Pohlheim

21.08.2019  |  Fraktion

Nachdem die wenig erfolgversprechenden Pläne Schöffmanns zur Ansiedlung eines Outlet-Centers in Pohlheim endgültig vom Tisch sind, müssen sich die politisch Verantwortlichen mit der Frage beschäftigen, in welcher Art und Weise das Gewerbegebiet Garbenteich Ost zum Nutzen der Stadt und seiner Bürgerinnen und Bürger entwickelt werden soll.

Erste Ansätze hatte die SPD-Fraktion bereits im Rahmen der Diskussion um das Outlet-Center mit einem Antrag in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Diese Ideen wurden jedoch ohne ernsthafte Diskussion von CDU und Freien Wählern abgebügelt.
 
Nach Auffassung der SPD geht es darum, mit der Erschließung eines Gewerbegebietes in Pohlheim ein Zeichen zu setzen für Innovation, Ökologie und Nachhaltigkeit. Im Kreis Gießen hat die Gemeinde Wettenberg Mitte der 90er Jahre unter diesen Prämissen ihren Gewerbepark entwickelt und die Vermarktung betrieben.
Angeführt vom Vorsitzenden, Peter Alexander, informierte sich die Pohlheimer Stadtverordnetenfraktion der SPD Pohlheim über die Situation der Gewerbeansiedlung in der Gemeinde Wettenberg. Empfangen wurde die Pohlheimer Delegation von Herrn Bürgermeister Thomas Brunner, dem ehemaligen Herrn Bürgermeister Gerhard Schmidt und Herrn Michael Gross, erfolgreicher Unternehmer im Gewerbepark Ost.
 

Thomas Brunner und Gerhard Schmidt erläuterten sehr anschaulich, dass alle mit der Entwicklung des Gewerbegebietes zusammenhängenden Fragen ausschließlich Chefsache waren. Man habe auch von Anfang großes Interesse daran gehabt, vertrauensvoll mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten. Die Eigentümer wussten definitiv, dass niemand bevorteilt werde und die Interessenten hatten absolute Gewissheit, mit fairen und dauerhaft gültigen Preisen zu planen.
Parzellen wurden nach Interessentenwünschen vermessen und Entwicklungsmöglichkeiten und Betriebserweiterungen in eine mittelfristige Planung einbezogen. Bürgermeister Brunner: „Wir sind von vornherein davon ausgegangen, dass unser Vorhaben nur mittel- bis langfristig zu realisieren war. Unser Anspruch war, Qualität vor Masse zu setzen und auch bei den zu schaffenden Arbeitsplätzen von hohen Anforderungen auszugehen. Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor oder so genannte „prekäre Arbeitsverhältnisse“ waren nicht das Ziel unserer Bemühungen.“
Gerhard Schmidt ergänzt: „Wir haben bisher 61 Firmen angesiedelt und ca. 1.050 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der in Wettenberg sozialversicherungspflichtig arbeitenden Menschen ist von 1.700 auf über 3.000 gestiegen. Und ganz nebenbei hat sich die Gewerbesteuer positiv entwickelt und liegt relativ konstant bei ca. 4,5 Mio Euro.“
 
Michael Gross, Geschäftsführer der Gross GmbH und Gastgeber der Pohlheimer Delegation, veranschaulichte eindrucksvoll anhand seines eigenen Unternehmens, dass durch vertrauensvolle Zusammenarbeit eine vorteilhafte Entwicklung für beide Seiten entsteht. 1996 gegründet entschied man sich, im Jahre 2002 mit damals 10 Mitarbeitern nach Wettenberg zu ziehen. Schon damals war klar, dass eine mögliche Erweiterung am Standort Wettenberg erfolgen sollte. Bereits 2008 erfolgte der Anbau an das bestehende Firmengebäude und zurzeit ist eine großzügige Erweiterung im Bau. Auf ca. 7.000 qm Firmengelände befindet sich dann eine Gebäudefläche von ca. 4.500 qm. „Unsere wichtigste Erfahrung hier in Wettenberg ist,“ so der Firmeninhaber, Michael Gross, „dass wir uns auf die Gemeinde verlassen konnten und Planungssicherheit hatten.“
Außerordentlich beeindruckt waren die Teilnehmer des Treffens von der Gestaltung des Gewerbeparks. Großzügige Grünstreifen, Bäume, Sträucher und Wasserläufe vermitteln den Eindruck, in einem Park zu sein. Der einhellige Tenor war: „Hier kann man sich beim Arbeiten so richtig wohl fühlen.“
 
Peter Alexander hob noch einmal hervor, dass der von der SPD-Fraktion in Pohlheim gewählte Ansatz, das Gewerbegebiet Garbenteich-Ost in kleineren Teilabschnitten zu
entwickeln, ganz offensichtlich eine erfolgversprechende Strategie sei. „Wir wollen alles daran setzen, die anderen Fraktionen in der Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung von der Richtigkeit dieser Strategie zu überzeugen. Es kommt jetzt darauf an, Richtungsent-scheidungen zu treffen. Großlogistiker oder andere Monopolisten können nicht das Ziel unserer Überlegungen sein. Wir haben das Glück, in Verbindung mit der Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen zukunftsorientierte Lösungen an einem Standort für innovative und kreative Unternehmen zu entwickeln. Diese Chance müssen wir in Pohlheim ergreifen.“