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Eine neue Kindertagesstätte – Ja! Aber in Steinberg!

30.07.2019  |  Allgemein

Der Bedarf an Plätzen in den Kindertagesplätzen in Pohlheim steigt. Eltern wollen ihre Kinder häufig früher und länger in die Kitas bringen, nicht zuletzt um Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. Deshalb steht die SPD-Fraktion hinter Plänen, die Kapazitäten zu vergrößern. Die Frage ist nur: Wo?
„Wir haben in Watzenborn mit den Einrichtungen im Fortweg und in der Germaniastraße zwei große und gut ausgebaute Einrichtungen. In Steinberg dagegen ist bislang nichts“, so Angelika Bartosch, Mitglied des SKS. Die Anfang der 1950er Jahre errichtete Einrichtung in der Kirchstraße lag quasi auf der Grenze zwischen Watzenborn und Steinberg. Diese Einrichtung ist in die Jahre gekommen und muss gründlich renoviert werden. „Es ist schade, wenn dieses Haus niedergelegt wird, nach einer umfassenden Erneuerung könnten hier neue Räume für Jugendgruppen, Bildungsveranstaltungen und für das Vereinsleben geschaffen werden.“ – so Klaus-Dieter Gimbel, langjähriger Ortsvorsteher in Watzenborn-Steinberg.
Der ohne genaue Planung gefasste Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, an dieser Stelle eine neue Kindertagesstätte mit acht Gruppen neu zu errichten, wird von der SPD-Fraktion nicht geteilt: „Es fehlen Untersuchungen zum Bauuntergrund, die An- und Abfahrt der Eltern mit ihren Autos muss quasi durch ein Nadelöhr erfolgen, zumindest vorrübergehend fehlt es an notwendigen Parkplätzen für Großveranstaltungen in der Volkshalle und bei Beerdigungen,“ so Stadtverordneter Hans Happel. Erschwerend kommt hinzu: „Die Ludwigstraße wird verkehrsmäßig noch stärker in Anspruch genommen“, wie Prof. Huster herausstellt.
Die Stadt begründet ihre Entscheidung, in Steinberg gebe es kein angemessenes städtisches Grundstück, auch nicht zu erwerben. „Ist das wirklich ausgereizt worden? – fragt Peter Alexander, der Fraktionsvorsitzende. „Ist möglichen Interessenten ein Geländetausch angeboten worden? Es gibt dort Grundstücke – vielleicht nicht zu kaufen, aber zu tauschen!“
Es kommt, so die Fraktion, darauf an, die sozialen Einrichtungen im Stadtgebiet zu verteilen, um einerseits diese mit Leben zu erfüllen, zugleich möglichst kurze Wege zu ermöglichen. „Hier ist Phantasie und Geschick gefordert“, so Klaus-Dieter Gimbel. Hinzu kommt: Ist eine Kita mit acht Gruppen wirklich sinnvoll? „Man stelle sich vor, eine Infektionskrankheit bricht aus – und 80 Kinder müssen zu Hause bleiben! Will das die Stadt verantworten?“ fragt Malek Yacoub.
Die SPD – Fraktion hat im Frühjahr ihre Bereitschaft bekundet, an Planung um Umsetzung mitzuwirken. „Aber leider gilt in Pohlheim nur noch, was vom Bürgermeister kommt!“ Eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt Pohlheim ist für den Bürgermeister ein Fremdwort– so abschließend die Fraktion.