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„Soziale Spaltung überwinden“ – Pohlheimer SPD will Mut und Erfolg für alle

12.06.2018  |  SPD Ortsverein

Die globale Entwicklung mit der einhergehenden sozialen Schieflage bei der Verteilung des Wohlstandes und der damit verbundenen Entwicklung hin zu niedrigen Renten und Löhnen, fehlenden kostengünstigen Wohnungen und Defiziten bei Bildungsausgaben thematisierte die SPD Pohlheim bei ihrer jüngsten Diskussionsveranstaltung in der Reihe „Politische Gespräche mit Bürgerinnen und Bürger“.

Moderator und Stadtverordneter Klaus Dieter Gimbel konnte im Foyer der Volkshalle Watzenborn-Steinberg vor zahlreichen Gästen als Experten den Leiter des Diakonischen Werkes Gießen, Holger Claes und den Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster begrüßen. Der Titel lautete diesmal „Soziale Spaltung in der Gesellschaft überwinden – Wege aus der Armut“.

Huster, der zum Themenfeld zahlreiche Publikationen auf dem Gebiet der sozialen Verteilung veröffentlicht hat, belegte die erhebliche Verteilungsschieflage zu Lasten der unteren Hälfte der Bevölkerung seit den 1990er Jahre anhand von öffentlich zugängigen Zahlen. Richtige Zugewinne seien nur noch bei den oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher festzustellen. Dieses obere Zehntel verfüge auch über mehr als Hälfte aller Vermögenswerte. Armut sei inzwischen weit verbreitet und verfestigt. Vor allem Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund und dann vor allem Personen, die über kein Wohneigentum verfügten, sondern auf Mietwohnungen angewiesen seien: „Deshalb“, so Huster, „fordert die Bundes- und die Landespolitik mehr Engagement beim sozialen Wohnungsbau. Die Stadt Pohlheim sollte ihren Beitrag dazu zu leisten.“, so Huster, der zudem Mitglied im Sozial- und Kulturausschuss der Limes-Stadt ist.

„Armut bedeutet soziale Ausgrenzung in vielen Lebensbereichen.“ beobachtet Claes und verwies auf die wichtige Arbeit der Tafeln, wie unter anderem in Pohlheim. Diese Arbeit sei nötig, weil die Regelsätze in der Mindestsicherung um mehr als 100 Euro zu niedrig angesetzt seien. Armut schlage sich auch in zu niedrigen Kompetenzen bei der Bewältigung des Alltags nieder. Er forderte, dass Schulen wieder lebenspraktische Dinge wie Kochen vermitteln. Insgesamt gehe es um ein stärkeres Engagement auf dem Gebiet Bildung, um Wege aus der Armut zu öffnen.

Eine gerechtere Verteilung der Einkommen wurde dann auch in der sich anschließenden Diskussion gefordert und dabei insbesondere höhere Sockelbeträge für die unteren Lohngruppen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass die Schule nicht immer die Basisqualifikationen vermittle, die für den Berufseinstieg nötig seien. Eine Rednerin forderte mehr Ganztagseinrichtungen, bei den Kitas ebenso wie bei den Grundschulen. Ein anderer Redner forderte insgesamt mehr politisches Engagement und Willen bei der Umverteilung.

Claes und Huster betonten abschließend die essentielle Wichtigkeit einer funktionierenden sozialen Infrastruktur auf kommunaler Ebene. Neben Geldleistungen bedürfe es ein persönliches Beratungsangebot für Familien und dabei insbesondere der Kinder und Jugendlichen. „Ihnen muss geholfen werden zu erleben. Wer Positives erlebt, kann Erfolg erleben und damit Mut für sein Leben fassen“, so Huster abschießend.