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Stellungnahme zur ausgefallenen 875-Jahr-Feier im Stadtteil Watzenborn-Steinberg

08.09.2016  |  SPD Ortsverein, Ortsbezirk Watzenborn-Steinberg

Viele Leserinnen und Leser werden sich aufgrund des Disputs in Pohlheim über eine abgesagte 875-Jahr-Feier fragen, ob es nicht wichtigere Dinge gibt, über die man trefflich streiten kann. Die SPD-Fraktion sieht das ähnlich, möchte aber, da sich in der Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom 1. September einige Protagonisten der CDU-Fraktion zu Wort gemeldet haben, ihrerseits auch Stellung beziehen.

Worum geht es eigentlich? In der Ortsbeiratssitzung am 29. Juni 2015 brachte der damalige Ortsvorsteher Klaus-Dieter Gimbel die Idee ein, das 875-jährige Bestehen des Stadtteils Watzenborn-Steinberg in irgend einer Form zu begehen und bat die Ortsbei-ratsmitglieder, über die Sommerpause bis zur nächsten Sitzung im September 2015, Vorschläge zu entwickeln.

In der Sitzung im September und den Folgenden vereinbarte man im Ortsbeirat einstimmig, am 17. September 2016 einen Jubiläumsabend mit den Ortsvereinen zu gestalten. Die geringen Kosten waren durch Spenden abgedeckt. Dass sich die Stadt Pohlheim an den Kosten beteiligen soll, stand nie in Rede und daher erfolgte auch kein Antrag in den Haushaltsberatungen. Veranstalter sollte der Ortsbeirat sein und die Stadt Pohlheim hätte lediglich die Volkshalle zur Verfügung stellen müssen. Da ein Ortsbeirat ein Hilfsorgan des Magistrates ist und keine eigenständigen Beschlüsse fassen kann, ging man davon aus, dass diese Vorgehensweise durch die Teilnahme des Bürgermeisters an allen Sitzungen abgesichert sei.

Bürgermeister Schöffmann hat entgegen seiner Darstellung zu diesem frühen Zeitpunkt zum Vorhaben des Ortsbeirats nie ein Veto eingelegt. Dies ist durch die Niederschriften der Ortsbeiratssitzungen zu belegen. Niederschriften, die der Bürgermeister unwidersprochen zur Kenntnis genommen hat. Die Absage dieser so geplanten Veranstaltung durch Bürgermeister Schöffmann kam für den Ortsbeirat überraschend und unvermittelt erst am 20. Juni 2016; zu spät, um noch eine Privatperson oder einen Verein als Veranstalter zu gewinnen.

Wenn sich jetzt in der Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom 1.September wichtige Vertreter der CDU-Fraktion zu Wort melden, die es besser gewusst haben, so sei die Frage erlaubt, warum diese sich nicht im Ortsbeirat geäußert haben. Neben Ortsvorsteher Gimbel waren offenbar auch die CDU-Mitglieder im Ortsbeirat ahnungslos, denn sie haben alle Beschlüsse mitgetragen.

Interessant ist auch, dass sich zu dieser Problematik die CDU-Ortsvorsteher der Stadtteile Hausen und Garbenteich äußern. Die Veranstaltungen dort waren in Bezug auf Umfang und Finanzierung mit der angedachten Abendveranstaltung in Watzenborn-Steinberg nicht zu vergleichen und der Ortsbeirat Watzenborn-Steinberg wäre zusammen mit den Orts-vereinen in der Lage gewesen, eine Veranstaltung auch ohne ungefragtes Besserwissertum von außen durchzuführen.

Bürgermeister Schöffmann hat einen Fehler gemacht und den Ortsbeirat zu spät über seine Entscheidung informiert. Er sollte zu seinem Fehler stehen und nicht versuchen, andere verantwortlich zu machen. Wahre Größe und Kompetenz zeigt sich darin, eigene Fehler einzugestehen. Albert Einstein wird sinngemäß das Zitat zugeschrieben: „ Nur Kompetente machen Fehler, Inkompetente nie!“